Zu ihrem herbstlichen Dämmerschoppen hatte die Senioren-Union Hochheim in das Hochheimer Weinbaumuseum eingeladen.

Die Senioren-Vorstand der CDU gab der Veranstaltung den Titel „6 Tage nach Brexit“ und lud hierzu das ehemalige Mitglied des Europäischen Parlamentes Thomas Mann ein. Bei der Planung der Veranstaltung ahnte niemand, dass den Briten eine erneute Verschiebung des Austrittes aus der EU einfallen würde.

Eine Steilvorlage für den Referenten, hat er doch 25 Jahre im Europäischen Parlament die Eigenwilligkeiten der Britten intensiv kennengelernt.

Thomas Mann ist Mitglied der Hochheimer Senioren-Union, worauf gern verwiesen wird, und er ist Vizepräsident des Europarates. Er betitelte die Einzelthemen seiner Ausführungen stets mit Lebensweisheiten von William Shakespeare. Der ist inzwischen zu einer Art literarischen Weltmarke für treffende Ironie und beißendem Sarkasmus geworden.

„Hoffnung ist der Jagdhund ohne Spur“. Gemeint ist die Hoffnung, dass die Oppositionspartei Labour zu einer Neuabstimmung über den Brexit führen könne. Der Europapolitiker Mann sieht dahinter die nicht zu verkennende Gefahr, dass der Labourvorsitzende Jeremy Corbyn mit seinen Verstaatlichungsfantasien, sollte er die Wahl gewinnen, der europäischen Wirtschaft mehr als der Brexit schadet. Den Umfragen nach, zielt aber alles auf die Konservativen.

„Es steigt der Mut bei Gelegenheit“ wer im Fernsehen bei Phönix aus dem Londoner Parlament die Debatten verfolgte, staunte über das Auftreten der „Hinterbänkler“. Und zu den vielen aufgedeckten Lügen passten Shakespeare Worte „Am lautesten klingen hohle Köpfe“.

Mit Hinweisen auf den rund 600 Seiten starken Scheidungs-Vertrag, die Probleme der Grenze zwischen Irland und Nordirland und darauf, dass Schottland mehrheitlich in der EU bleiben wolle, verschaffte die Senioren-Union, ihren Mitgliedern und einigen Gästen einen hoch interessanten Nachmittag.

Klaus-Robert Jünemann

 

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