Liebe Mitglieder und Freunde der Senioren-Union,

nach der derzeitigen Entwicklung der Corona-Pandemie und den immer weiteren Lockerungen im Zusammenleben möchte ich mich zu Wort melden. Es ist zwar in einigen Bundesländern schon wieder möglich, den Biergarten oder ein Restaurant zu besuchen, allerding unter Einhaltung gewisser vorgeschriebener Regeln. Langsam beschleicht mich der Verdacht, dass die Gefährlichkeit des Virus sich an die Wünsche der Menschen angleichen soll und nicht das Verhalten der Menschen an dessen Gefährlichkeit. Ausgenommen sind natürlich die Senioreninnen und Senioren, die per se zur Risikogruppe gehören und die Bewohnerinnen und Bewohner der Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Diesem Personenkreis kommt bei den Überlegungen m.E. oft zu kurz. Wo sind die Bemühungen um Möglichkeiten für Besuche von kranken und einsamen Menschen? Ich würde erwarten, dass nicht nur die Interessen der jüngeren und mobilen Bevölkerungsgruppen im Zentrum der Überlegungen stehen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Entstehung des Corona-Hotspots in Frankfurt eingehen. Hier wurden nach Aussagen der „Vereinsleitung“ alle notwendigen Hygienemaßnahmen eingehalten und trotzdem haben sich in einem Gottesdienst am 10. Mai lt. FAZ vom 25.05.2020 106 Personen neu mit dem Virus infiziert. Zur Erinnerung, die Inkubationszeit beträgt vermutlich bis zu 14 Tage!

Zu diesem Zeitpunkt waren Zusammenkünfte dieser Größenordnung noch nicht gestattet. Für Gottesdienste der großen Kirchengemeinden gibt es bis heute Beschränkungen in der Anzahl der Besucher, so dürfen z.B. bei einem Gottesdienst im Frankfurter Kaiserdom maximal 70 Personen im Raum sein. Wie können dann in dem doch erheblich kleineren Gebetshaus des Baptisten-Vereins in Frankfurt-Rödelheim offensichtlich mehr als 100 Personen versammelt gewesen sein, zumal nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich alle, wirklich alle anwesenden Personen angesteckt haben.

Sollten trotzdem alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sein, so müssten die Virologen ihre Aussagen zur Ansteckung und Verbreitung des Virus überdenken.

Das Virus und damit die Krankheit sind noch nicht besiegt und ich bitte alle unsere Mitglieder und Freunde im eigenen Interesse um Zurückhaltung und Vorsicht, damit wir uns gesund wiedersehen können.

Ihr

Heinz-J. Steinle

Kreisvorsitzender

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